B E R G H E I M A T

Samstag, 26. November 2016

Über den Martinisteig durch die Steilflanke des Wasserstein zum Schindlerskopf

 
Servus,
 
nachdem ich heute mal allein unterwegs sein sollte ging ich eine schon eine länger geplante Bergtour an. Die imposante nördliche Flanke des Estergebiges beim Autobahnende, zwischen Eschenlohe und Farchant, faszinierte mich schon seit vielen Jahren. Da müsste es doch irgendwie hinaufgehen !? Das Studium der einschlägigen Karten brachte mich nicht viel weiter. Im Netz fand ich dann doch noch eine Beschreibung von einer Begehung der Flanke mittels einem kleinen unbekannten Jägersteig.
 
Heute mit NEBEL +

SONNE
Dann geh ich’s halt mal an : staufreie kurze Zufahrt nach Eschenlohe ... über die Loisachbrücke und weiter über die Krottenkopfstraße hinter bis zum Parkplatz. Nun über die Freiflächen gerade in die Richtung der schon sichtbaren Teufelskapelle ( aber noch recht klein !! ) zu. 
 

 
Über die Wiesen ein Stück hinunter, direkt bei der Rutschbuckel Hütte erreichte ich den Hauptweg. 
 
 
Diesem folgte ich nun ... stets am Pfrühlmoos entlang. Schon bald kam ich an den 7 Quellen vorbei ... 
 
 
... im weiteren Verlauf linkerhand eine Wildfütterung und ein paar Minuten später hatte ich den mächtigen Schuttstrom erreicht. 
 
 
Kurz nach diesem biegt links ein Karrenweg ab mit auffälligen roten Farbmarkierungen an den Bäumen. Diesem folgte ich nun ... schon bald nur mehr Trittspuren. Nach einer Weile wird der Schuttstrom überquert ... hin zu markantem Felsblock mit Farbklecksen. Bis hierher war der Weg leicht und meist eben aber jetzt zieht er steil und kompromisslos in die Höhe. 
 
 
In kurzen Kehren schraubt er sich den steilen Bergwald empor. Die ab und zu kurzen freien Blicke in die Tiefe bestätigen es : ‘ wie in einem Lift ‘. Die Teufelskapelle schält sich langsam aus dem Wald und zeigt sich :
 
 
Bei einem Wegweiser verlasse ich kurz den Weg und quere hinüber zu den Felsen ... Trittspuren führen links um die Bastion herum aber enden im Nichts. Auf eine Besteigung des klitschigen und brüchigen Felsaufbaus, dazu mit batzigen Schuhen fehlt mir heute der Sinn. Auch ist mir nicht ganz klar von welcher Seite es am meisten Sinn machen würde. 
 
 
Wenigsten ein Blick hinunter zum Schuttstrom und ins Loisachtal
Also kurz zurück zum Weg und weiter bergwärts. 
 
Eine wilde Gegend hier droben
Nicht mehr lang und ich hatte die kleine Martinihütte erreicht, ein Blick auf die Uhr : 1,5 Std. hatte ich bis hier herauf gebraucht ...
 
 
... das wird sich gut ausgehen ( die Tage sind kurz ! ). Jetzt weiter, über den nunmehr etwas weniger ausgetretenen Steig ...
 
Blick zurück zur Hütte
 ... durch die Hänge in stetigem Auf und Ab ...
 

 
... bis die Trittspuren steiler nach links hinauf ziehen. Langsam wurde das mich umgebende Grau leicht bläulich – 
 
 
... ich wusste nun es kann nicht mehr weit sein und ich kann der Nebelsuppe entfliehen. 
 

 
Über einen latschigen Rücken empor bis ich in freies Gelände kam - mit Aussicht :
 

 
Nach ein paar weiteren Kehren hatte ich den Gratverlauf auf gut 1900 m erreicht. 
 

 
Da ich schon öfter auf dem Ob. Rißkopf und der Kiste war entschied ich mich dem Schindlerskopf die Ehre zu geben. 
 
Da gehts nun hinüber
Meist über den Grat, kurz mal in der sonnigen Südseite ...
 
 
... und schon bald war ich am höchsten Punkt des Schindlerskopf 1940 m. Nach einer Rast an meinem ‘ Platz an der Sonne ‘ 
 

Krottenkopf - O.Rißkopf - Kareck

 
... stieg ich steil über die Südhänge hinab zum Wanderweg. Ein Weiterweg über den von Latschen bewachsenen Grat zum nächsten Gipfel dem Archtalkopf wäre sich wohl zeitlich schlecht ausgegangen und mit Stirnlampe abzusteigen war nicht mein Ziel. 
 
In der Scharte die Weilheimer Hütte, rechts der spitze = Schindlerskopf
 
 
Blick ins vernebelte Mittenwalder Becken
Also weiter über den Weg in Richtung Kiste bis zur Scharte südwestlich von ihr ( Gedenktafel ). 
 
Das Gewölk steigt und drückt herüber
Hier beginnt nur der steile unmarkierte Abstieg ins Kistenkar. 
 
 
Nach den ersten ca. 50 Hm hat man das Schlimmste schon überstanden und sucht sich nun den besten Weg durch die Schutthänge hinunter ( Steinmänner ). 
 
Über mir Nebel und ...

.... unter mir eine weitere Nebeldecke
Die komplette untere Hälfte des Kars konnte ich durch die schmalen Schuttströme abfahren, geht zwar nicht ganz optimal aber besser als nichts. 
 
 
In der Latschenregion angekommen folgte ich nun wieder dem Steig ... später durch Wald zur Archtal Jagdhütte ...
 
Hier hab ich schon mal vor vielen, vielen Jahren biwakiert
... und im weiteren Verlauf meist quer durch die Hänge abwärts. 
 
Auf der anderen Talseite der markante Kreuzturm
Zuletzt wieder gerader hinunter bis zu einem steilem Karrenweg. Von diesem nach ein paar Minuten rechts ab und den Trittspuren folgend steil hinunter zum Schuttstrom der Archtalschlucht.
 
 
Von hier waren nur mehr ein paar Minuten über einen Forstweg und mein Kreis hatte sich wieder geschlossen.
 
 
-- Schöne interessante Runde mit teils recht steilen Abschnitten
-- Bis zur Martinihütte perfekter Weg mit ebensolcher Farbmarkierung
-- Danach wird der Steig schmäler aber ist immer gut sichtbar und zu finden
-- Keine Schwierigkeiten, trotzdem eine gute Portion Trittsicherheit schadet nicht
-- Abstieg durchs Kistenkar unmarkiert aber ebenfalls gut zu finden ( eine sehr kurze Felsstufe UIAA II- ) sonst problemlos
-- Auf meiner gesamten Runde sah und traf ich niemand !?
-- War mit Pausen 6 Std. am Weg / 1400 Hm / 12 Km
 
 
 
INFOS  
 
 
Gruß Daniel

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