B E R G H E I M A T

Samstag, 18. Februar 2017

Lösertalkopf über den Ostgrat

Servus,
 
nach der langen Schönwetterphase gab es gestern in den Bergen nochmal einen Rückfall in die Winterzeit, im Februar eigentlich kein Wunder ! Dort schneite es wohl den ganzen Tag und bescherte somit den Gipfeln im westlichen Nordstau eine gute Schippe Neuschnee. Somit stieg auch abrupt die Lawinengefahr und verwehrte uns dadurch unsere eigentlich geplante Tour. Aber a bisserl was werd scho geh.
 
 
Fahrt über Bad Kohlgrub ( den Stau am AB Ende vermeidend ) und Linderhof zum Parkplatz am Beginn des Sägertals. Hier standen schon einige Autos ... aber ausschließlich von Scheinbergaspiranten !
So verließen wir schon nach ein paar Metern die Spur und zogen unsere eigene ... 
 
 
... auf dem Weg entlang des Sägerbachtal. Der gestrige Neuschnee hatte die Landschaft wieder in den eigentlich für diese Jahreszeit normalen Zustand zurückverwandelt. 
 
 
Nach dem Ende des Tals zog der Weg in 2-3 Kehren durch den Wald ...
 
 
... bis wir links unseren Abzweig ins Lösertal erreichten. Durch den dicken Neuschnee zogen wir unsere Spur ... 
 

 
... querten den Hasentalgraben ...
 

 
... und erreichten schon bald freieres Gelände. 
 
 
Im Talboden weiter bis wir den ersten Blick auf unser Ziel hatten. 
 
In Bildmitte - das is er
Mal schauen ob er sich heute von uns besteigen lässt ? ... die Menge des Neuschnees hatte sich bis hierher von wenigen Zentimetern beim Start in eine gut 30 cm dicke Schicht gesteigert.
Nun stand uns der Steilhang hinauf zum Beginn des NO Kars noch bevor ... 
 
 
... ein Stück stiegen wir hinauf und gruben erst einmal ein Schneeprofil. Hier war noch alles gut aber weiter droben im Kar ? – wir müssen ja nicht unbedingt ganz zum Gipfel ... so war unsere Entscheidung uns die Sache droben anzuschauen gefallen. 
 


Jetzt brachten wir zuerst die Steilstufe hinter uns ... 
 
 
... eine rechte Wühlerei war’s mit kurzem Latschenkontakt !! Bald legte sich das Gelände etwas zurück und der Weg zum Kareingang war frei. 
 
 
Dort angekommen war für uns klar – durch dieses Kar steigen wir nicht auf. Dazu kam das uns inzwischen Setzungsgeräusche begleiteten – nicht gut. So musste ein Plan B her : wir steigen rechts über den Ostgrat auf ... soweit es halt geht. 
 
 
So spurten wir nun rechts des Kars über anfangs schön kupiertes Gelände hinauf ...
 
Rechts oben der weitere Gratverlauf
... aber schon bald zog sich der Grat zusammen. 
 
 
Von drunten scheinbar sehr steile Passagen entpuppten sich beim Näherkommen in gut machbare Absätze. Zweimal mussten die Ski kurz weichen aber schon nach ein paar Metern Fußaufstieg ging es mit Ski weiter. 
 


Wieder kurz mit Ski und den folgenden Aufschwung  kurz zu Fuß

 
Da hier die Sonne ab und zu schien hatte sich der Neuschnee schon leicht verwandelt. Teils recht schneidig stiegen wir höher ... 
 
 
... rechts die felsigen Nordabbrüche und links die durch abbrechende Schneeklumpen verunzierte Südflanke. 
 


 
Zu unseren großen Freude schien uns das Gipfelglück heute doch nicht verwehrt zu werden. 
 
Das Finale, beim Felsen Skidepot
Vor den letzten Felsbuckel vorm Gipfelkreuz stellten wir die Ski ab und kraxelten die kurze Stufe hinauf. 
 
 
Von hier war es nur noch ein Katzensprung zum Gipfel des Lösertalkopf 1859 m.
 

 
Die Aussicht war heute durch Wolken recht gegrenzt aber ein großes Wolkenloch direkt über uns bescherte uns eine sonnige Gipfelpause.
 



Drunten, im mit Nebel gefülltem Kar, hörten wir Stimmen – die werden wohl nicht durch dieses direkt aufsteigen !? ( Bei unserer späteren Abfahrt hatten wir ab dem Karausgang Abfahrtsspuren vor uns : sie haben wohl ein begründetes ‘ Schlechts Gefühl ‘ gehabt und haben ihren Aufstieg abgebrochen und sind abgefahren ! )
 
 
Nachdem sich unser Trinkvorrat dem Ende neigte packten wir zusammen ... überstiegen den Felsbuckel und machten uns mit heller Vorfreude abfahrtsfertig. 
 

 
In etwa unserer Aufstiegsspur fuhren wir ab, die 2 kurzen felsigen Passagen umfuhren wir auf der Sonnenseite und landeten drunten im Kar. 
 
 


 
 
 
Weiter durch die Steilstufe mittels Latschengassen bis in den Boden des Lösertals. Hier fellten wir nochmal an, auf die unlohnende Schiebeabfahrt durchs flache Sägertal hatten wir keine Lust. Nach ca. 150 Hm spurendem Aufstieg hatten wir die bewaldete Einsattlung zwischen den Hundsfallköpfen und dem Scheinberg erreicht. 
 
 
Jetzt verschwanden die Felle wieder im Rucksack und ab ging’s. 
 

 
Schon bald trafen wir auf die ersten Abfahrtsspuren einiger Scheinbergbegeher und folgten diesen bis zum Forstweg ... über diesen nun recht flott hinunter zum Ausgangspunkt.
 
 
-- Mal wieder eine richtige Wintertour
-- Es hat gut Neuschnee gemacht – im Gipfelbereich bis Kniehöhe
-- Wo die Sonne ihre Kraft ausspielen kann hat der Schnee schon wieder einen deutlichen Stich / im Schatten noch pulvrig
-- Waren auf der kompletten Tour alleine und durften somit alles spuren
-- Anstieg über den Ostgrat nicht ganz ‘ Ohne ‘ aber u.E. relativ Lawinensicher
 
 
 
 
INFOS zum Normalanstieg   
 
Gruß Daniel, in den frisch verschneiten Ammergauern mit Hias

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